Auswandern nach Schweden
+ + + INFO + + + Links unter der Navigation findest Du eine Google Suchfunktion um unsere Homepage besser nach Suchbegriffen die Dich interessieren durchsuchen zu können. + + + INFO + + + Schweden hat im Sommer 2017 auch endlich die EU Richtlinie 2014/92/EU vom 23.07.2014 zum „Jedermannkonto“ umgesetzt aber trotzdem machen die Banken immer noch Probleme beim eröffnen eines Kontos und verlangen die schwedische Personennummer und ID- Kort. + + + INFO + + + Die letzten 2 bis 3 Jahre gab es ebenso viele Änderungen der schwedischen Einwanderungsformalitäten, mehr dazu unter: Die Formalitäten! + + + INFO + + + Um Dir das schöne Land Schweden näher zu bringen und einen tollen Urlaub im schönen Ostsmåland zu verbringen kann man unser beliebtes Ferienhaus mieten. Du kannst es Dir unter: http://www.ferienhaus-smaland.se ausführlich anschauen. + + + INFO + + +

   
  Auswandern nach Schweden
  Die erste Zeit 2
 
 
Hier geht es nun weiter und wir erzählen Dir nun wie es uns die ersten drei Jahre in unserer neuen Wahlheimat ergangen ist.   
 
Die erste Zeit 2
 
Es ist mal wieder so weit und wir wollen uns wie versprochen wieder mal bei Euch melden und erzählen wie uns auf unserem weiteren Weg in Schweden so ergangen ist. Im Februar 2011 leben wir nun seit drei Jahren in Schweden und haben so einiges an angenehmen wie auch unange- nehmen Erfahrungen gemacht.
 
Nun blicken wir zurück auf das Jahr 2009.            Rosenfors 31.01.2011
 

Das Jahr fing schön ruhig an, der Winter 2008 - 2009 war nicht allzu hart und Schnee hatten wir auch  nicht so viel so das der Winter zeitig zu Ende ging. Insgesamt hatten wir schönes kaltes Winterwetter mit einer trockenen Kälte was doch um vieles angenehmer ist als die fiese feuchte Kälte in Deutschland.
 
Die   Jahreszeiten   Frühjahr   und Herbst sind in Südschweden nicht
so ausgeprägt wie in Deutschland.
In Südschweden dauert der Winter sehr  oft  bis  April  dann  hat  man ungefähr  einen   Monat   Frühjahr
und  im  Mai  fängt  oft  schon   der Sommer  mit   Temperaturen   von
fast 25° an. Im Herbst hat man bis Ende August noch bis zu  25° und
im    Oktober  schon   den   ersten Schnee.  Eigentlich  hat  man  hier
bei  den  kurzen  Übergängen  nur Sommer und Winter.      






 

Im Frühjahr, als der letzte Schnee weg war hieß es wieder wie jedes Jahr den Garten aufräumen und den ganzen Dreck von den Herbststürmen und vom Winter zu beseitigen.
Yvonne arbeitet immer noch auf der Molkerei aber leider mußten wir im April den SFI Kurs im „C“ Kurs vorerst beenden da die Zeiten mit Yvonnes Arbeitszeiten nicht mehr zu vereinbaren waren. Wir lernen aber trotzdem weiter schwedisch nach dem Motto „Learning by doing“. Vielleicht ergibt sich ja später mal die Möglichkeit den SFI Kurs weiter zu machen. Auf Yvonnes Arbeit gibt es noch mehr Neues zu berichten aber dazu später mehr.
 
Im Mai 2009 haben wir unsere Häuser weiter renoviert und haben von einem Handwerker bei uns aus dem Dorf das Dach vom Wohn- und Ferienhaus neu decken lassen. Diese Arbeiten wurden sehr zügig, sauber und  günstig ausgeführt. Nach dem was wir schon so alles an negativem in diversen Schwedenforen über „schwedische Handwerker“ gelesen haben sind wir mit allen die wir bis jetzt, sei es für unseren Heizungsumbau auf Pellets, Neueindeckung unserer Dächer als auch für PKW Reparaturen benötigt haben sehr zufrieden.
Im Sommer 2009 sind unsere angeblichen „Freunde“ bei uns im Ort in die Nachbarschaft gezogen. Die ganze Zeit vorher haben wir schon Ihr Haus hier oben bereut, haben ihnen bei den ersten Behördengängen geholfen, Sie teilweise bei der Renovierung ihres Hauses und bei Verhandlungen mit Handwerkern unterstützt. Dann hat sich aber im nachhinein herausgestellt das Sie nur Leute zum ausnutzen und rum- kommandieren gesucht hatten und die Freundschaft nur daraus bestand uns anzurufen, wenn Sie Hilfe oder einen Dolmetscher benötigten. Für uns beruht eine Freundschaft aber auf Sympathie, Zuneigung, Vertrauen, gegenseitiger Wertschätzung und nicht nur daraus jemanden anderes aus- zunutzen. Daher war das eine der weniger schönen Erfahrungen die wir 2009 gemacht haben. Was will man machen, so ist das halt im Leben das einem immer wieder Leute begegnen die einen enttäuschen.
 
Die Auswanderung unserer Freunde die 2009 ins Nachbardorf Järnforsen ziehen wollten hat sich dann leider aus beruflichen Gründen auf 2010 verschoben.

Nun zu Yvonnes Arbeit, dort hat Mitte 2009 ein neuer Personalchef ange- fangen und seit dem war es mit dem guten Betriebsklima was bis dahin herrschte vorbei. Wir haben eigentlich gedacht dass so ein Verhalten von Vorgesetzten gegenüber Mitarbeitern/innen „typisch Deutsch“ ist aber wir mußten leider feststellen dass es so etwas leider auch vereinzelt in Schweden gibt dass Vorgesetzte Mitarbeiter/innen respektlos und wie Leibeigene behandeln. Da wurde nicht mehr gefragt kannst Du mal mehr Arbeiten, nein es hieß immer Du „musst“ mehr Arbeiten. Yvonne und ihre anderen deutschen Kolleginnen haben zwar verglichen mit Deutschland richtig gutes Geld verdient, aber wie sich dann herausstellte wurden sie trotzdem noch nicht nach Tarif bezahlt. Es fehlte ein Teil am Stundenlohn und  Sie bekamen keine Zuschläge z.B. für Spät- oder Wochenendarbeit. Yvonne ist dann Ende 2009 mit zwei anderen Kolleginnen in die Livs faket (Lebensmittel- Gewerkschaft) gegangen. Nach dem die Gewerkschaft den Arbeitgeber zurechtgewiesen hatte wurde danach der Tarif- Stundenlohn und auch die ganzen Zuschläge bezahlt. So viel erst mal dazu, später gibt es noch mehr von Yvonnes Arbeit zu berichten.
Ende 2009 ist ein Ehepaar aus Deutschland was wir im Sommer im Discounter Willy's kennengelernt hatten nach Schweden in unsere Nähe gezogen. Wir wußten das Sie bei uns in der Gegend ein großes Haus suchten. Harald hatte dann im Internet ein Objekt in der Nähe von Västervik gefunden und Ihnen den Link zugeschickt. Dieses Objekt gefiel ihnen prompt und Sie haben es dann gekauft. Kurze Zeit später sind Sie dort hin gezogen und betreiben seit dem in Rumma erfolgreich ein Bead & Breakfast mit einer kleinen Bäckerei. Aus dieser Bekanntschaft hat sich mittlerweile eine schöne Freundschaft entwickelt.

Gegen Ende des Jahres wollten wir mit der Innenrenovierung des Ferien-hauses beginnen was sich aber leider aus verschiedensten Gründen etwas verzögerte und  dann kam der Winter dazwischen.


 
Im  Dezember  haben wir uns
da  man  hier  auf  Grund  der
größeren  Entfernungen ohne
PKW     aufgeschmissen    ist
noch  einen   Audi  80   Avant
als Zweitwagen zugelegt. Wir
hätten den zweiten Audi nicht
gekauft,   wenn   er   nicht   in
einem  super   Zustand  ohne
Rost  und  mit  18.000 kr  (ca.
1.700  €)    ein    sehr    gutes
Schnäppchen gewesen wäre.
Mit  dem   silbernen  Audi   ist
Yvonne   danach   immer  zur
Arbeit gefahren. Das wir  uns
den   zweiten   PKW   gekauft
haben sollte sich im folgenden
Jahr  noch  als  sehr  nützlich
erweisen,  dazu  aber  später
mehr.                                      




In Schweden ist es aber nicht selten das man mehrere Autos fährt. Beim Kauf des Audis fragte ich den Vorbesitzer warum er den Wagen verkaufen wollte. Als Antwort bekan ich dann das er so viele Autos hätte das einer davon weg müsse. Er zählte dann auf das er einen Doge V8, einen Camaro V8, einen Volvo Kombi, einen Passat Variant und noch einen Audi A6 Avant besitzt.
Na, so viele Autos wollen nun wirklich nicht, zwei reichen gerade.

Der Winter 2009 - 2010  sollte
dann  hart,  bis -28°  kalt   und
lang   mit   sehr   viel   Schnee
werden. In Deutschland haben
wir  solch  einen  Winter  noch
nicht  erlebt.  Wir  kamen  teil-
weise mit dem Schneeräumen
nicht mehr hinterher und über-
all   ums  Haus   waren  riesen Schneeberge   und   nur  noch
schmale Gänge als Wege. Der
Winter   war   aber   trotz   des Schneeschaufelns    traumhaft
mit  fantastischem  Wetter und
ein Erlebnis sondergleichen.

        


 



Dieses Jahr sind noch einige Deutsche die uns über die Homepage ange- schrieben haben und wir denken noch andere die wir nicht kennen bei uns in Gegend gezogen und einigen von ihnen haben wir wieder helfen können.
 
Den Jahresabschluß und die Begrüßung des neuen Jahres haben wir dieses Jahr mit unseren Freunden aus Rumma gefeiert.
 

So, nun widmen wir uns dem Jahr 2010.              Rosenfors 31.01.2011
 

Das erste Ereignis im Frühjahr war das unsere Freunde im Februar nach Järnforsen gezogen sind. Mit ihnen haben wir auch die ersten Wege gemacht und bei der Bürokratie (Personnennummer, Aufenthaltsrecht usw.) geholfen.
Ebenfalls im Februar wurden wir von einem deutschen Ehepaar aus Nord- deutschland angeschrieben die bei uns in der Nachbarschaft ca. 200 m von uns ein Haus gekauft hatten. Als sie im März nach Schweden kamen haben Sie uns besucht, wir haben uns bei schwedischem Nationalgetränk (Kaffee) kennengelernt. Auch Sie wollen später als Pensionäre mal vielleicht ganz im schönen Schweden leben.
Aus dieser Bekanntschaft ist mittlerweile auch eine sehr schöne Freund-schaft geworden. Da Sie in Schleswig- Holstein wohnen und es nicht so weit haben und fast jeden Monat für einige Tage nach Schweden kommen sehen wir uns regelmäßig und in der verbleibenden Zeit kümmern wir uns um Ihr Haus und sehen nach den rechten.






Nach dem wir Ende Februar immer
noch solche  Schneehaufen liegen hatte  dachten wir schon das diese
bis  Juni liegen würden. Der ganze
Schnee  ging  doch  schneller weg
als   wir   dachten.   Anfang   März
hatten wir noch Frost bis -15° aber Ende des Monats setzte Tauwetter
ein und der Schnee  wurde rapide
weniger. Der letzte Schnee ist  am
16. April geschmolzen und so lang-
sam wurde es Frühling.

Als Mitte April endlich der letzte Schnee getaut war hieß es wieder Grund- stück aufräumen und Winterüberreste beseitigen.
 
Danach haben wir uns im Mai einen weiteren  Traum   erfüllt  und  haben
mit  Freunden endlich  unser Wohn-
haus im typisch  småländischen rot- weiß   gestrichen.  Nach dem neuen Anstrich  sieht  das   Haus noch viel schöner aus und ist wieder fit für die nächsten 10 Jahre.
 
 
Ende Mai haben wir dann endlich weiter unser Ferienhaus renoviert und erst mal alles alte rausgerissen. Erst haben wir die alten welligen Hart- faserplatten von den Wänden gerissen. In den Schlafzimmern haben wir danach die Deckenbretter auf denen 30 cm dick Sägespäne lagen runtergerissen. Mensch, war das eine Schweinerei.
Als alles entfernt war sahen wir das die Wände im gesamten Haus komplett aus 9-10 cm dicken Massivholzbalken bestanden, noch stabiler geht es kaum. Danach haben  wir die alten, krummen Deckenbalken entfernt und durch neue ersetzt. Wir haben 10 Anhänger voll alter Balken, Bretter, Sägespäne und Platten auf die Mülldeponie gefahren und nach dem wir mittlerweile festgestellt haben das die Entsorgung auf der Mülldeponie in Schweden kostenlos ist haben wir auch nichts mehr bezahlt. In Deutschland hätte das alles ein kleines Vermögen gekostet Im Anschluß wurde ist die gesamte Elektrik von einem Freund der 2009 auch aus Siegen nach Schweden ausgewandert ist und sich im Nachbarort als Elektriker mit einem Hausservice selbstständig gemacht hat neu installiert.
Zeitgleich sind die Wasser- und Abwasserleitungen im Badezimmer von unserem schwedischen Klempner und der Boden von uns erneuert worden. Im Mai hat die Firma die schon unsere Dächer erneuert hatte damit begonnen die Außenfassade, Fenster und Eingangstür zu erneuern. Dabei wurden  die alten aspesthaltigen Eternitplatten entfernt, eine neue Lattung, Isolierung und Folie aufgebracht. Danach wurde die Holzfassade im „original“ alten småländischen Stil hergestellt. Zur gleichen Zeit als außen die Fassade gemacht wurde haben wir innen angefangen die Decken und Wände mit Rigipsplatten zu verkleiden und die Decken von oben mit Steinwolle zu isolieren.
Im Mai ist noch ein sehr nettes deutsches Ehepaar mit dem wir schon seit längerem in e-Mail Kontakt standen von Mecklenburg- Vorpommern nach Silverdalen gezogen. Auch ihnen hatte Harald im Vorfeld den Link zu dem Haus geschickt welches Sie dann auch gekauft haben.
 
Am 03.07 waren wir abends bei strahlendem Sonnenschein und 30° mit einigen Freunden auf dem Konzert der „Beach Boys“ in der G&B Arena in Målilla.
 
Als  die  Vorgruppe  „Sven
Ingvars“ spielte war schon
gut was los aber als  dann
die ganzen  alten Hits  der
„Beach  Boys“   zu   hören

waren gab  es kein  halten
mehr. Die  Stimmung  war
super  und es war ein  ge-
lungener  Abend  der sehr
viel Spaß gemacht hat.



 
Im August waren Haralds Eltern wieder für 4 Wochen zu Besuch und in der Zeit ereilte uns am 22.08 ein nicht so schönes Ereignis in Form eines Elches der Yvonne auf dem Weg zur Arbeit bei 90 km/h vor's Auto lief. Da die Sonne von vorne Links schien und der Elch von dort aus dem Schatten des Waldes kam hat Sie ihn nicht rechtzeitig gesehen und konnte trotz Vollbremsung eine Kollision nicht verhindern. Der Elch schlug voll in die Frontscheibe und das Dach ein. Sofort hielten einige Autos an, haben Ihr geholfen, einer rief den Rettungsdienst, ein anderer sicherte die Unfallstelle und eine Frau hat sich um Sie gekümmert. Diese spontane Hilfsbereit-schaft hat uns ehrlich gesagt beide überrascht weil man so etwas von Deutschland ehr selten kennt.
Anschließend rief Sie zu Hause an und Harald fuhr sofort zur Unfallstelle. Dort angekommen bekam Er erst mal einen Schreck weil dort ein Aufgebot von vier Feuerwehrwagen, Rettungswagen mit Blaulicht standen und die Straße komplett gesperrt war. Yvonne wurde vorsorglich zu weiteren Untersuchungen mit dem Rettungswagen ins 90 km entfernte Krankenhaus nach Västervik gebracht. Harald hat dann mit dem Leiter des Rettungs-dienstes den Abschleppdienst organisiert da der Audi nur noch Schrott war. Als der gerade auf dem Abschleppwagen stand kamen auch schon die Jäger mit Suchhunden um den mit Sicherheit auch schwer verletzten Elch zu suchen der sich nach dem Zusammenstoß noch in den Wald geflüchtet hatte. Yvonne wurde Gott sei Dank nicht schwer verletzt und hatte nur einige tiefere Schnittwunden, Prellungen und Kratzer an Armen und Händen und eine Beule am Kopf. Nach dem Yvonne im Krankenhaus versorgt und genäht worden ist und keine weiteren Verletzungen festgestellt wurden wurde sie abends mit dem Taxi nach Haus gebracht.
Für die Notfallbe- handlung im Krankenhaus mußte Yvonne 400 SEK, ca. 45 € und für die Heimfahrt über 90 km 100 SEK, ca. 12 € selbst bezahlen. Der Rest wurde von der „Försäkringskassan“ (Krankenkasse) übernommen. Uns wurden die 500 SEK ca. 55 € später von der KFZ- Versicherung ersetzt.

Dieses  Ereignis  zeigt  wie  sinnvoll
die Geschwindigkeitsbegrenzungen
auf  90  km/h   auf  Landstraßen  in Schweden sind.
Bei    höheren    Geschwindigkeiten
wäre  der  Unfall nicht  so glimpflich  ausgegangen.
 
 
 
 

Während der Zeit hat uns wieder ein deutsches Ehepaar aus dem Allgäu angeschrieben die ein Haus in unserer Gegend suchten. Wir haben uns dann nach einem geeigneten Objekt für Sie umgesehen und auch schnell eins auf der Immobilienseite der Swedbank gefunden. Dort stand ein Haus zum Verkauf was eine Straße ca. 300 m von uns entfernt war. Wir haben Ihnen den Link zu der Immobilie zugeschickt und Sie waren von den Bildern her schon begeistert. Sie kamen auch direkt im September hoch und haben das Haus sofort gekauft. Uns freut es das wir den richtigen Riecher hatten und ihnen das von uns ausgesuchte Objekt auf anhieb gefiel. Im Dezember haben Sie das Haus auch schon übernommen und wollen im März 2011 für immer nach Schweden ziehen. Auch Sie haben uns im Dezember Ihr Haus anvertraut um dort im Winter beim rechten zu sehen.
Etwa zur gleichen Zeit hat ein guter Bekannter und Malermeister von uns aus Bayern ein Haus im Nachbardorf Järnforsen gekauft. Auch er beab- sichtigt seine Firma in Deutschland zu schließen, 2011 nach Schweden zu ziehen und hier eventuell eine neue Firma zu eröffnen.

Nun wieder zu einem anderen Thema, Anfang September hieß es wieder ein Auto als Ersatz für unseren silbernen Audi zu kaufen. Was wir dabei erlebt haben war schon hart. Da standen Autos mit schönen Bildern bei www.blocket.se drin, wo in der Beschreibung „gepflegt“ und „rostfrei“ usw. stand Bei der Besichtigung der Autos traf einen bald der Schlag, da entpuppten sich die „gepflegten“, „rostfreien“ Autos als total verdeckte Rostlauben.

Was  einige  Leute in  Schweden so
unter  „gepflegten, rostfreien“  Autos
verstehen war hmmm ...
Anfang   September   nach   einigen
Besichtigungen   der   „gepflegten“,
„Rostlauben“ haben  wir  dann  den   Entschluß gefasst doch lieber etwas
mehr  auszugeben und  haben  uns
als Ersatz einen VW Passat Variant
1.8 T, Bauj. 97 bei einem Händler in
Högsby gekauft.  Hoffentlich läuft er
auch so Problemlos wie unser Audi.

Am 08.09 kam Haralds Tochter Ramona mit Mann und Enkeln für eine Woche zu Besuch und Harald hat Sie am Flughafen Växjö abgeholt. Wir haben eine sehr schöne Zeit miteinander verbracht, haben uns einen Tag lang Astrid Lindgren Welt angesehen, waren im Elchpark und haben Ihnen ein wenig von Schweden gezeigt. Leider waren im September schon die einige Atraktionen geschlossen. Besonders schön war zu sehen wie toll sich unsere Enkel entwickelt haben. Schweden hat ihnen auch sehr gut gefallen und wir freuen uns schon riesig auf den nächsten Besuch. Oder wir fahren mal nach Deutschland zu Ramona, da Sie seit Ende 2010 ein Haus besitzen und da auch Platz für uns zum übernachten hätte. 

Am 20.09.2011 durften wir auch das erste mal an einer Wahl in Schweden teilnehmen. Wir durften zwar den Reichstag nicht wählen da wir noch! keine schwedischen Staatsbürger sind aber an den Kommunalwahlen durften wir schon teilnehmen. Der eigentliche Wahlvorgang unterscheidet sich nicht groß von dem in Deutschland außer das die Politiker die zur Wahl stehen besser sind. 
Nun Ende des Jahres gab es auch wieder etwas neues von Yvonnes  Arbeit zu berichten. Mitte 2009 war die Gewerkschaft ja schon mal in Yvonnes Firma und hatte dafür gesorgt das alle Mitarbeiter/innen nach Tarif bezahlt wurden. Das weitere Verhalten des Vorgesetzten ließ jedoch immer noch sehr zu wünschen übrig da er die Mitarbeiter/innen immer noch nicht mit gebührendem Respekt behandelte was dazu führte das Ende 2010 wieder eine Meldung an die Gewerkschaft ging. Diese erschien darauf hin wieder zu Gesprächen und siehe da der Vorgesetzte ist auf einmal freundlich und behandelt die Mitarbeiter/innen wie es sich gehört. Wir wußten schon vorher weil wir das oft gelesen und gehört hatten dass die Gewerkschaften in Schweden eine Macht sind und die Arbeitgeber gehörigen Respekt vor ihnen haben, das wurde durch diesen Fall bestätigt. Das liegt auch daran das außer der Arbeitslosengrundversorgung des Staates die Arbeitslosen-versicherung größtenteils über die Gewerkschaften und A Kassan gemacht werden muß. Dadurch sind in Schweden ca. 90 % der Arbeitnehmer in der Gewerkschaft und daher haben sie einen ganz anderen Einfluß wie die Gewerkschaften in Deutschland. Es gibt zwar noch einige Sachen vertrag- licher Natur abzuklären aber wir denken das die Gewerkschaft dies bestimmt auch hinbekommt. Wie der Fall von Yvonnes Arbeit zeigt gibt es auch einige schwedische Arbeitgeber die versuchen die Löhne mit nicht ganz legalen Mitteln zu drücken. Auch Discounter die man von Deutschland her kennt haben anfangs in Schweden versucht Billiglöhne einzuführen. Da ist aber Gott sei Dank massiv mit Gewerkschaften gegen vorgegangen worden. Im Jahr 2010 hat sich in Schweden leider auch politisch so einiges zum negativen verändert und es sind Entwicklungen eingetreten die wir schon von Deutschland her kennen und daher mit großer Sorge betrachten. So ist beispielsweise das Staatsmonopol bei den Apotheken aufgegeben worden und viel Apotheken sind nun in privater Hand. Eine Privatisierung fand auch bei den Pflegediensten statt. Ab 2010 werden nicht nur die kommunalen, sondern auch private Pflegedienste zugelassen. Kaum ist in diesen Bereichen eine Privatisierung zugelassen worden stellen sich prompt die ersten Missstände ein. So ist beispiels- weise  zu  beklagen das viele Patienten länger auf wichtige Medikamente warten müssen weil die privaten Apotheken aus Kostengründen die Lagerhaltung verringert haben oder manches Medikament ganz einfach teurer geworden sind. Ebenso werden leider die ersten Fälle  von unzureichender Pflege oder gar Misshandlungen Pflegebedürftiger in privaten Altenheimen bekannt. Bislang sind es in Schweden nur Einzelfälle und wir hoffen das sich hier nicht die gleichen Zustände einstellen wie in Deutschland. Hoffentlich machen die schwedischen Regierungen in Zukunft nicht die selben Fehler wie sie in der Vergangenheit in Deutschland gemacht wurden, kommen her, privatisieren alle möglichen Bereiche und lassen dadurch im Gesundheitssystem usw. Profit und Abzocke zu.
Wir hoffen auch das sie nicht zulassen und dem rechtzeitig entgegenwirken das Schweden sich nicht wie Deutschland zu einem „Billiglohnland“ ent- wickelt in dem viele der Menschen für Niedriglöhne arbeiten müssen und eine „Geiz ist geil“ Mentalität Einzug hält.
Die „Wirtschaftskrise“ die auch Schweden ereilte hat sich aber in Schweden nicht so stark bemerkbar gemacht wie in Deutschland. Die Arbeitslosen-zahlen sind auch gestiegen aber Schweden hat es geschafft die Krise zu meistern ohne die Staatsverschuldung groß in die Höhe zu treiben. Im Jahre 2010 hat Schweden bloß eine Staatsverschuldung von 32 % des BIP. (Deutschland 92 % des BIP.) Mitte 2010 sanken in Schweden auch die Arbeitslosenzahlen schon wieder.
 

Im November haben wir es soeben noch geschafft den Garten Winterfest zu machen und das Herbstlaub einigermaßen zu entfernen als es am 23.11 anfing zu  schneien und der Winter überraschend früh begann. Es schneite bis zum 29.11 fast ununterbrochen, in den folgenden Wochen waren wir überwiegend damit beschäftigt Schnee zu schaufeln und auf die Häuser unserer Freunde und Bekannten aufzupassen. Rechnet man alles zu- sammen was bis dahin an Schnee gefallen ist waren es bis Weihnachten bestimmt ca.1,20 cm Schnee.
Wir haben dann nach dem Yvonne vor Weihnachten viel arbeiten mußte Weihnachten in aller Ruhe gefeiert und Sylvester haben wir dieses Jahr schön mit unseren Freunden aus Norddeutschland gefeiert.

 
Nun sind wir im Jahr 2011 angekommen.        Rosenfors den 31.01.2011
 

Bei einem Kontrollgang in den von uns betreuten Immobilien hatte Harald gesehen das sich die Deckenbalken der Garage bei unseren Nachbarn aus dem Allgäu durch die Schneelasten durchbogen. Daraufhin hat Harald auf die schnelle mit einem guten Bekannten der einen Hausservice  betreibt das Garagendach und den Wintergarten der ebenfalls bedrohlich voll Schnee lag von einer ca. 65-70 cm hohen Schneedecke befreit. Danach lief alles wieder den gewohnten Gang, das Wetter war im Januar etwas wechselhaft mit Temperaturen von +5° bis -18° aber alles in allem ganz gut. Der Schnee ging so langsam weg und keiner wusste ob es nochmal Schnee gibt oder das Frühjahr kommt. Die Renovierung unseres Ferienhauses geht da Harald oft wegen seinem kaputten Rücken ein paar Tage Pause zwischen- durch machen muß leider nur langsam weiter. Die ersten Auswanderer die uns Besuchen wollen haben sich auch schon für dieses Jahr angemeldet. Wir haben schon die ersten Immobilienlinks verschickt und Hausbe-sichtigungen organisiert. Wir sind gespannt wie viele der Auswanderwilligen dieses Jahr Deutschland verlassen und ob der Trend so ungehindert anhält. Naja mal sehen was die nächsten Jahre so bringen. Nun saßen wir nach drei Jahren hier, schrieben unseren Dreijahresbericht und zogen Bilanz.
 
Fazit:
 
In den drei Jahren die wir hier leben haben wir viele Einwanderer aus Deutschland kommen und einige auch wieder weil Sie entweder schlecht informiert waren, nicht zurecht kamen oder keine Arbeit gefunden haben gehen sehen.
Sicher hatten wir es ein wenig einfacher da wir von Anfang an genug finanzielle Reserven und Haralds Rente zur Verfügung hatten. Yvonne hat es aber geschafft auch hier eine Arbeit zu finden und wir sind so weit an- gekommen.
Wir sind in den letzten zwei Jahren oft von Auswanderern angeschrieben worden die schnell aus Deutschland weg wollen, nach dem was man von ihnen alles zu hören bekommt müssen sich die Zustände in Deutschland dramatisch verschlechtert haben. Fragt man nach wegen dem angeblichen „Aufschwung“ den es in Deutschland angeblich geben soll wird man erst mal ausgelacht und bekommt dann gesagt welcher „Aufschwung“? Den der sich in den Köpfen der Politiker abspielt denn beim Volk komme außer bei Managern, Aktionären und Firmenbesitzern nichts an. Die Menschen die für unter 6 Euro Brutto die Stunde arbeiten müssen werden immer mehr und die aktuelle CDU - FDP Regierung weigert sich wehement gegen einen Mindestlohn. Das ist aber längst noch nicht alles, da wird weiter erzählt das viele Kommunen restlos pleite sind, dadurch Schulen, Kindergärten verrotten und Hauptstraßen aussehen wie Feldwege.
Was uns aber die letzte Zeit auffällt ist das zunehmend Leute Deutschland den Rücken kehren denen es noch vergleichsweise gut geht wie selbst-ständige Handwerker, Geschäftsleute oder sogar Firmenbesitzer. Fragt man Sie dann warum bekommt man als Antwort: „Es wird Zeit das wir aus Deutschland weg kommen und unser Hab und Gut was wir noch! haben, wo anders in Sicherheit bringen.“ Auch pensionierte Beamte verlassen immer öfter Deutschland weil es selbt Ihnen trotz guter Pensionen durch die steigenden Preise oft immer schwerer fällt damit zurecht zu kommen. 2009 waren es sage und schreibe 
734.000 Menschen die Deutschland verlassen haben. Wo soll das noch hinführen, wenn es so weiter geht ?
 

Da wir von Anfang an keine Rosarote Brille auf hatten und alles realistisch betrachtet haben wundert es uns nicht dass wenn man länger in Schweden lebt merkt das auch hier nicht alles Gold ist was glänzt und es auch hier Missstände, Probleme und negative Entwicklungen gibt. Man merkt  aber im täglichen Leben immer wieder das Schweden, wie auch die anderen skandinavischen Länder eines der Länder mit der geringsten Korruption weltweit ist. Es wird auch von der Politik radikal dagegen vorgegangen. Da hat es schon Politiker gegeben die im Vergleich zu Deutschland wegen „Kleinigkeiten“ wie zu unrecht bezogenem Wohngeld oder nicht bezahlten Rundfunkgebühren zurückttreten mussten. Man merkt auch das der Groß- teil des schwedischen Volkes, der Politiker und Arbeitgeber doch viel sozialer denkt wie in Deutschland, der Mensch hier noch als Mensch zählt und ganz anders miteinander umgegangen wird. Sicher, in Ballungszentren wie Stockholm, Göteborg und Malmö usw. herrschen gewiss ähnliche Zustände wie in den großen Ballungszentren Deutschlands. Da Schweden aber zu über 90 % aus ländlichen Strukturen und nur einigen wenigen Großstädten besteht wird sich hier hoffentlich nicht allzu schnell was ändern.
 
Trotz der teilweise negativen Veränderungen in Schweden die sich aber in Grenzen halten fühlen wir uns hier weiterhin sehr wohl und können uns nicht mehr vorstellen noch einmal in Deutschland zu leben.
Leider können wir vorerst wegen Yvonnes Arbeit nicht so wie wir gerne möchten weiter in den SFI- Kurs gehen um Schwedisch zu lernen. Dann dauert es halt ein wenig länger die Sprache zu lernen aber die Arbeit geht vor. Trotzdem weichen die anfänglichen Unsicherheiten die aus den Sprachschwierigkeiten resultiert haben und gehen immer mehr in Routine über.
Nun warten wir auf das Frühjahr was hoffentlich bald kommt und darauf dass wir unser Ferienhaus fertig renovieren und es ab 2012 vermieten können. Außerdem haben wir noch verschieden andere Sachen vor über die wir auch noch berichten werden. Neuigkeiten von uns oder aus Schweden stellen wir auf den entsprechenden Seiten unserer Homepage ein.

So, nun ist es ist so weit und es gibt Neues von uns zu bericheten.
Leider hat es etwas gedauert und wurde aus dem geplanten Fünf- ein Sechs- Jahresbericht. Warum das so ist und viele andere Vorkommnisse die wir erlebt haben kannst Du in dem Bericht lesen.
 
Nun senden wir Dir herzliche Grüße aus dem schönen Astrid Lindgren . . .

    Pippi Langstrumpf     . . . und Pippi Langstrumpf Land Småland.   Pippi Langstrumpf



 
 
   
 
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